UMTS?
Vor einiger Zeit erregte die Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland großes Aufsehen. Die Mobilfunkanbieter rissen sich um diesen neuen Mobilfunkstandard, der angeblich gänzlich neue Möglichkeiten für die Telekommunikationsbranche und kaum noch Grenzen bei den Anwendungsbereichen versprach. Millionenbeiträge wurden gezahlt und - für damalige Verhältnisse - nahezu utopische Versprechungen gemacht.
Das Kürzel UMTS steht für “Universal Mobile Telecommunications System” und bezeichnet den Mobilfunkstandard der dritten Generation, der wiederum auch unter dem Kürzel 3G bekannt ist.
Im Vergleich zum 1992 für Deutschland eingeführten Standard GSM bietet UMTS um einiges höhere Übertragungsraten, was die eben angesprochenen neuen Anwendungsmöglichkeiten ermöglicht.
Diese höheren Übertragungsraten wurden in der ersten Zeit von UMTS (die sogenannte Release 1999-Phase, kurz R99) durch ein Verfahren namens WCDMA (Wideband Code Division Multiple Access) ermöglicht.
Durch dieses Verfahren war es nicht nur möglich, zu telefonieren, sondern auch im Internet zu surfen, zu chatten oder sogar fernzusehen - alles auf dem Handy. So waren auch mehrere Dinge auf einmal - bspw. surfen und telefonieren gleichzeitig - möglich.
Um das Jahr 2006 wurde dann High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) eingeführt. Dieser Datendienst ermöglicht noch höhere Übertragungsraten und fand bei fast allen Anbietern Anwendung, abgesehen von E-Plus, die erst im Jahre 2009 auf diesen Standard umrüsten wollen.
Von vielen verschiedenen Anbietern gibt es - wie beim “normalen” Internet - auch Flatrate-Angebote. Mit einer monatlichen Gebühr kann man nun also so viel über UMTS surfen, wie man will, was einen großen Vorteil gegenüber Volumentarifen oder ähnlichem bietet, da die anfallenden Datenmengen doch verhältnismäßig groß sind.
Durch diese komfortablen Vorteile fand UMTS rasch Verbreitung. Alleine in Deutschland nutzen ca. 10,5 Millionen den UMTS-Standard. Weltweit nutzen ca 200 Millionen Menschen diesen Standard, was etwa 7% aller Mobilfunkteilnehmer ausmacht. Die Tendenz von Übertragungsraten und somit auch Nutzerzahlen wird jedoch durch verschiedene neue Übertragungstechnologien noch weiter steigen.