Keine vierte UMTS-Lizenz in Frankreich vergeben
By admin | April 14th, 2008 | Category: News |Wie es aussieht, sind die UMTS-Lizenzen doch nicht so begehrt, wie bisher angenommen. In Frankreich sollte eigentlich eine vierte UMTS-Lizenz vergeben werden. Doch da es mit dem Internet-Provider Free nur einen einzigen Interessenten gab, wurde das Ganze von der französischen Regierung kurzerhand verhindert. Im Elysee-Palast arbeitet die Regierung aber bereits auf Hochtouren an einer alternativen Lösung. Eine Möglichkeit wäre es, diese vierte Lizenz praktisch Häppchenweise zu versteigern. Der Gesamtpreis dieser vierten Lizenz liegt etwa bei 619 Millionen Euro. Bisher gibt es in Frankreich drei Betreiber, die bereits eine UMTS-Lizenz erworben haben. Das sind die Anbieter Orange (France Telecom), Bouygues Telecom (Bouygues) und SFR (Vivendi). Es ist schon erstaunlich, dass sich für die vierte Lizenz bisher nur der Internet-Provider Free interessiert hat. Das bestätigt die Kritik der EU-Wettbewerbskommissarin Viviane Reding. Sie äußerte sich sehr kritisch zu der mangelnden Konkurrenz auf dem Mobilfunkmarkt in Frankreich. Diverse Konsumentenschutzvereinigungen hatten bereits vorher ähnliche Kritiken geäußert.
Dabei ist es kaum zu glauben, dass gerade der Bereich UMTS so wenig Interesse weckt. Man sollte meinen, dass gerade die Möglichkeit, unterwegs per UMTS online zu sein, besonders bei Geschäftsleuten auf enormes Interesse stößt, sodass für die Anbieter mit riesigen Umsätzen zu rechnen ist. Warum gibt es dann nur einen einzigen Interessenten für die vierte UMTS-Lizenz?
Vergleicht man ein wenig, lässt sich feststellen, dass in Österreich schon sechs Lizenzen versteigert wurden. Allerdings bleibt zu bemerken, dass der sechste Anbieter, Telefonica, niemals seinen Dienst aufnahm. Und dadurch, dass T-Mobile den viertgrößten Anbieter tele.ring einfach aufkaufte, bieten nunmehr nur noch vier verschiedene Provider ihre Leistungen an. Vertraut man den Aussagen aus Branchenkreisen, ist das immer noch ein Anbieter zu viel.